15. Dezember 2019

Vorbeugende Medikamente gegen Migräne

Hilfe bei Migräne?

Migräne ist eine der häufigsten Kopfschmerzarten überhaupt. Sie tritt oft anfallsartig auf und dauert von mehreren Stunden bis zu zwei bis drei Tage.
Jeder Mensch wird wahrscheinlich mindestens einmal in seinem Leben einen Migräneanfall bekommen.
Vielen Migräneanfällen gehen kurzzeitige Seh- und Motorikstörungen, die so genannte Aura, voraus. Die darauf folgenden halbseitigen Kopfschmerzen werden oft von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet. Besonders bei Patienten, bei denen die Migräne die Lebensqualität stark beeinflusst, ist eine Migräneprophylaxe zu empfehlen.

Bei der Migränebehandlung mit Medikamenten gibt es zwei unterschiedliche Bereiche:

Linderung eines akkuten Anfalls, die Prohylaxe und die Behandlung mit Medikamenten im Akutfall.

Weshalb Prophylaxe?

Ziel einer Migräneprophylaxe ist es, die Häufigkeit und Schwere der Migräne schon vor ihrem Auftreten einzuschränken. Doch sollte das Risiko den Nutzen nicht übertreffen. Ein positives Nutzen- Risiko- Verhältnis ist dann gegeben, wenn die Patienten häufig Migräneanfälle – mehr als drei Attacken pro Monat –bekommen, die Attacken regelmäßig länger – drei Tage oder noch länger – andauern, die Migräne nicht zufrieden stellend behandelt werden, kann oder schwer zu behandelnde Sonderformen und/-oder Komplikationen bei der Migräne vorliegen.
Bei vorbeugenden Schritten unterscheidet man zwischen medikamentösen und nichtmedikamentösen Maßnahmen. Bei medikamentösen Therapien sind Betablocker, Calziumantagonisten wie Flunarizin und Antiepileptika Substanzen der ersten Wahl. Auch Medikamente, die nicht gezielt zur Migränebehandlung entwickelt wurden, sondern zuvorderst zur Behandlung von Bluthochdruck oder Epilepsie ausgearbeitet wurden, werden zur Vorbeugung eingesetzt. Diesen Medikamenten wurde nachträglich eine migräneprophylaktische Wirkung nachgewiesen.

Pflanzliche Mittel

Als zweite Wahl sind beispielsweise Pflanzliche Präparate wie Pestwurz und Mutterkraut zu nennen.

Kraeuter vorbeugung

Auch niedrig dosiertes Aspirin oder trizyklische Antidepressiva sind eine weitere Möglichkeit, vorbeugend gegen die Migräneanfälle vorzugehen.
Als Mittel der dritten Wahl sind die Antihypertensiva Lisinopril und Candesartan zu nennen, die sich Pilotstudien als wirksam erwiesen haben.
Ebenfalls wurde in Studien die Anwendung von BotulinumToxin A (Botox) als Mittel zur Vorbeugung von Migräneanfällen geprüft. Doch hält sich die Deutsche Gesellschaft für Neurologie bei der Empfehlung von Botox zurück, und auch Experten geben zu bedenken, dass Botox nicht für alle Patienten geeignet ist.

Sport als Vorbeugung gegen Migräne

Nicht ganz für die Migräneprophylaxe ertestet ist die Wirksamkeit von Magnesium. Allerdings wird man zur Vorbeugung von Migräneattacken zuerst auf eine nichtmedikamentöse Behandlung zurückgreifen. So sind Ausdauersportarten wie Joggen und Stressbewältigungstechniken der medikamentösen Therapie vorzuziehen. Nur in schwereren Fällen wird man Arzneimittel als Behandlungsmethode in Betracht ziehen.