6. September 2019

Triggerfaktor Schwangerschaft

Schwangerschaft und Migräne

Viele Frauen leiden sehr oft und sehr häufig unter Migräneanfällen. So werden in Deutschland etwa zwanzig Prozent aller Frauen regelmäßig von Migräneattacken heimgesucht. Oft findet man einen Zusammenhang mit dem hormonellen Haushalt. So ist eine Häufung von Anfällen während der Menstruation, bei der Ersteinnahme von Hormonpräparaten sowohl zur Schwangerschaftsverhütung als auch zur Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren, oder auch während des Eisprungs bei vielen Frauen zu beobachten.

Ist eine Frau, die regelmäßig unter Migräneattacken leidet, schwanger, so stellt sich nun die Frage, wie diese Migräne während der Schwangerschaft zu behandeln ist.
Aus Studien wurde bekannt, dass es für Migräneattacken kaum eine bessere prophylaktische Maßnahme gibt, als eine Schwangerschaft.
So ist bei etwa 70 Prozent der betroffenen Patientinnen eine deutliche Verbesserung oder sogar ein völliges Ausbleiben der Migräne während der Schwangerschaft zu verzeichnen. Besonders in den letzten zwei dritteln der Schwangerschaft ist dieses Phänomen zu sehen. Unklar ist bisher allerdings noch, ob dieser positive Effekt auf die Migräne bei wiederholten Schwangerschaften nachlässt.

Migräneattacken nach der Geburt

Nach der Entbindung klagt jedoch wieder knapp die Hälfte aller Patientinnen über Kopfschmerzen, meist Spannungskopfschmerzen, jedoch auch Migräne. Ursachen über diese Verbesserung während einer Schwangerschaft sind bisher noch völlig unklar. Jedoch wird angenommen, dass die erhöhte und konstant bleibende Konzentration von Östrogen und Progesteron während der Schwangerschaft die Basis für eine solche Verbesserung bilden. Auch die veränderte Lebensweise der Frauen während einer Schwangerschaft – regelmäßiger Schlaf –Wach –Rhythmus, verzicht auf Nikotin und Alkohol, stressfreieres Leben – spielt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine große Rolle.

Bei der Migränebehandlung während einer Schwangerschaft gilt grundsätzlich erst einmal der Verzicht auf Medikamente. Besonders für prophylaktische Maßnahmen, bei denen täglich Medikamente eingenommen werden müssen, ist dies zu beachten. Denn diese Medikamente dürfen während einer Schwangerschaft grundsätzlich nicht eingenommen werden.

Zur Vorbeugung empfehlen sich deshalb Verhaltensmaßnahmen wie Entspannungsübungen und das Vermeiden auslösender Faktoren oder die Einnahme des den Bluthochdruck senkenden Mittels Propranolol. Doch auch dieses Mittel sollte nur in geringen Maßen eingenommen werden. Bei starken Migräneattacken während der Schwangerschaft sollte zur Akutbehandlung Metoclopramid und Paracetamol eingenommen werden. Die Einnahme von Acetylsalicylsäure sollte wenn möglich vermieden werden, da es zu Missbildungen am Fötus kommen kann. Keinesfalls eingenommen werden dürfen Ergotamine. Diese Substanzen führen zum Verkrampfen der Gebärmutter und schädigen ebenfalls den Embryo. Für die Einnahme von Triptanen während der Schwangerschaft gibt es derzeit noch keine ausreichenden Daten, so dass der Einsatz während einer Schwangerschaft keinesfalls vorgenommen werden darf.