13. Mai 2021

Migräne – was ist das?

Stress und Migräne

Migräneformen: klassische und Migräne mit Aura

Etwa 10 % der Bevölkerung weltweit leider unter Migräne. Dabei muss unbedingt erwähnt werden, dass Migräne keines Falles eine nicht ernstzunehmende Erkrankung ist, die nur als „Ausrede“ verwendet wird. Vielmehr handelt es sich bei Migräne um eine neurologische Erkrankung. Bei Frauen tritt Migräne drei Mal häufiger auf als bei männlichen Patienten.

Die Symptome sind nicht nur Kopfschmerzen sondern vor allem auch Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. In schweren Fällen treten bei einem Migränepatient auch äußerst sensible Wahrnehmungsstörungen auf. Auch kleine Störungen in der Motorik sind keine Seltenheit.

Migräne mit oder ohne Aura?

Wegen diesen klar zu definierenden Symptomen ist eine Diagnose durch Anamnese meistens sehr exakt und gut möglich. Es bedarf selten andere Diagnosemittel. Die Migräne tritt meistens in vier verschiedenen Phasen auf, der Vorphase, der so genannten Auraphase, der Kopfschmerzphase und der Rückbildungsphase / Erholungsphase. Hierbei muss erwähnt werden, dass die Auraphase nicht bei jedem Patienten auftritt.

Die häufigste Form ist die OHNE AURA.

Wodurch erkennt man eine Migräne mit Aura?

Unter Aura versteht man eine Migräne, bei der Symptome wie mehr oder weniger starke Sehstörungen, Sprachschwierigkeiten bis hin zu Gesichtsfeldausfällen auftreten. Ausgelöst wird die Aura durch eine Störung des zentralen Nervensystems.

Ebenfalls kann es dazu kommen, dass Patienten Lichtblitze oder Flimmern wahrnehmen, oder es gar zu Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in den Fingerspitzen kommt. Eine Auraphase hält häufig nicht länger als 60 Minuten, meistens nur ungefähr eine halbe Stunde lang, an.

Es gibt auch Patienten bei denen trotz einer Erkrankung in seltenen Fällen Symptome, die für eine Auraphase sprechen, auftreten. Rund 10% der Migränepatienten leiden an einer Schmerzen mit sogenannter „Aura“.

Symptome „mit Aura“

Neben den typischen Migränezeichen treten folgende Symptome auf:

    • Sehstörungen (Flimmern, Sterne, Lichtblitze etc.)
    • Sprachstörungen (Wortfindungsstörungen, Artikulationsstörungen)
    • Wahrnehmungsstörungen
    • Taubheitsgefühl, Kribbeln
    • Schwindel
    • Schwäche

Phasen eines Migräneanfalls

Bei der klassischen Migräne tretend die Phasen 1, 3 und 4 ein, während bei der Migräne mit Aura die Phasen 1 bis 4 symptomatisch sind.

  1. Vorphase
  2. Aura (nur bei Patienten, die an einer Migräne MIT Aura leiden)
  3. Kopfschmerzphase
  4. Erholungsphase / Rückbildungsphase

Daher diagnostiziert man Migräne ohne Aura erst, wenn diese  mindestens fünf Mal ohne eine Auraphase aufgetreten ist. An Migräne ohne Aura, oftmals auch gewöhnliche Migräne genannt, leiden circa 90 % der Migränepatienten, während die Migräne mit Aura nur in ungefähr 10% der Fälle auftritt. Migräne mit Aura wird häufig auch als klassische Migräne bezeichnet. Über die Ursachen  sind sich die Mediziner noch nicht ganz im Klaren.

Hierzu gibt es verschiedenen Hypothesen, unter anderem die vaskuläre Hypothese und die die Überregbarkeitshypothese. Während die vaskuläre Hypothese die Ursache von Migräne in den Blutgefäßen sieht, versteift sich die Überregbarkeitshypothese auf die Theorie, dass Hirnrinde bei Migränepatienten eine erhöhte Erregbarkeit aufweist. Hieran wird wohl in nächsten Jahren noch weiter geforscht werden, um noch effektivere Migränemittel zu entwickeln.