29. November 2017

Migräne und Wechseljahre

Auswirkungen der Wechseljahre auf die Migräne

Hämmern im Kopf, Übelkeit, Erbrechen. Man fühlt sich, als würde jeden Moment die eigene kleine Welt untergehen. Jetzt hilft nur noch ein dunkler Raum, Ruhe und vielleicht noch ein kühles Tuch auf der Stirn oder im Nacken.

Migräne ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden. In Deutschland leidet jeder Zehnte an diesen speziellen und extremen Kopfschmerzen. Und auch immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen. So klagen über 80 Prozent der Grundschüler im Abschlussjahr über diesen Schmerz im Kopf. Zwölf Prozent davon leiden unter Symptomen, die mit der Diagnose der Migräne übereinstimmen. Bis zur Pubertät erhöht sich dieser Anteil sogar auf 20 Prozent. Bis dahin gibt es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Erst ab der Geschlechtsreife steigt die Prävalenz beim weiblichen Geschlecht an. So leiden etwa 20 Prozent aller deutschen Frauen unter Migräneanfällen, während es bei Männern „nur“ etwa acht Prozent sind. Allerdings wird angenommen, dass bei Männern, die unter nicht- klassischen Symptomen der Migräne leiden, die Dunkelziffer deutlich höher liegt.

Beginn der ersten Migräneattacken

Bei vielen Frauen setzt die Migräne mit Beginn der ersten Monatsblutung ein und verschwindet während einer Schwangerschaft. Bei einigen dieser Frauen verschwinden die Schmerzen oft nach den Wechseljahren. Allerdings ist mindestens ebenso oft auch das Gegenteil der Fall.

So zeigen Studien, dass bei mehr als 50 Prozent der Patientinnen während der Wechseljahre und auch noch danach keine Veränderung bei der Intensität der Schmerzen und des bisherigen Migräneverlaufs zu beobachten ist. Im Gegenteil gibt es bei etwa 47 Prozent der Betroffenen sogar eine Verschlechterung bei den Migräneanfällen.

Auch heute noch wird die Meinung vertreten – und auch manchen Patienten mit schweren Migräneattacken empfohlen -, dass sie sich einem operativen Eingriff unterziehen. So wird zu einer Gebärmutter- oder Eierstockentfernung geraten. Diese Eingriffe in den Körper sind absolut unnötig, da sie nachgewiesenermaßen keinerlei positiven Wirkungen auf den Verlauf der Krankheit haben. Ebenso können Hormontherapien im höheren Lebensalter den Verlauf und die Stärke eines Migräneanfalls nicht verhindern, bzw. verbessern. Im Gegenteil sind gerade sie oft ein Auslöser einer Migräneattacke. Entsprechend sollte man dann auch in dieser Situation die Migränetherapie wie gewohnt fortführen.

Die beste Prophylaxe gegen Migräne ist die Entspannung. So gibt es viele verschiedene Entspannungstechniken, die helfen, Anfälle zu verringen und ihre Stärke zu vermindern.