28. September 2020

Gen gefunden – Verantwortlich für Migräne?

Forscher finden ein Gen, welches für Migräne verantwortlich ist

War es bisher Vermutung wurde jetzt von amerikanischen Forschern nachgewiesen, dass nicht nur Umwelteinflüsse sondern auch genetische Merkmale Migräne verursachen können. Sie fanden erstmalig ein defektes Gen, welches für die Anfälligkeit der typischen Formen von Migräne verantwortlich ist. Dieser veränderte Erbfaktor erhöht u.a. auch das Risiko für die Erkrankung und verursacht ebenfalls Schlafstörungen. Kennzeichnend für eine Migräneattacke ist der halbseitig auftretenden, pulsierenden Kopfschmerz, welcher in den meisten Fällen von Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- oder Geräuschempfindlichkeit begleitet wird.

Können bestimmte Wirkstoffe defektes Migräne-Gen ausgleichen?

Amerikanische Wissenschaftler sind der Meinung, dass entsprechende Wirkstoffe neue Therapien ermöglichen könnten. Wird es eventuell zukünftig Wirkstoffe geben, die den Defekt ausgleichen können? Die Wahrscheinlichkeit, dass nicht nur ein einziges, sondern mehrerer Gene für die Migräne verantwortlich sind, ist jedoch sehr hoch. Auch ein zusätzlicher gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus unter denen die Träger des Gens leiden, wird dem Risiko-Gen zugeschrieben.
Für die wissenschaftliche Studie wurden aus einer, mit Migräne-belasteten Familie 14 Patienten, sowie eine zweite Gruppe zum Vergleich untersucht. Selbst Versuchsmäuse, welche mit dem mutierten Gen infiziert wurden, zeigten typische Anzeichen einer Migräne sowie eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit.

Reduzierte Enzymproduktion durch mutiertes Gen

Forscher fanden heraus, dass durch das Mutieren des Gens, welches für die Produktion des Enzyms Casein Kinase 1 verantwortlich ist, bestimmte Signalwege im Gehirn beeinflusst und die Enzymproduktion reduziert wird. Da der Biorhythmus des Menschen durch verschiedene Enzyme gesteuert wird, beeinflusst der Abbau des Enzyms die Geschwindigkeit, mit dem die sogenannte „innere Uhr“ läuft als auch die Neigung zu Migräne-Symptomen. Der Tag-Nacht Rhythmus gerät ins Ungleichgewicht.
Nächste Forschungsziele werden sein, herauszufinden, welche Proteine im Einzelnen davon betroffen und für die Entstehung von Migräne verantwortlich sind. Des Weiteren sollen nun weitere Forschungen über die Krankheit aufklären und zu neuen Behandlungsmöglichkeiten führen.

Funktionsstörung Migräne

Medizinern stellen die Migräne als eine Funktionsstörung im Gehirn dar. Hauptbeteiligter dabei ist der Trigeminus-Nerv, der für die Blutversorgung in Hirnhaut und Gehirn zuständig ist. Bei einer Migräneattacke kommt es zeitweilig zu einer Unterbrechung der eigenen Versorgung des Nervs. Zudem kann es nachgewiesenerweise während einer Migräneattacke stellenweise zu einer erhöhte Durchblutung im Hirnstamm kommen. Dabei werden sogenannte Botenstoffe ausgeschüttet, die oftmals  die Ursache für gedehnte Blutgefäße und die Bildung winziger Entzündungsherde sind. Beides löst die pulsierenden Kopfschmerzen aus und steigert die Schmerzempfindlichkeit.